Husten

Husten – Krankheitsbild, Ursachen, Therapie

Husten tritt nicht nur bei Erkältungen auf. Der Körper reagiert mit diesem Schutzmechanismus auf zahlreiche Reize. So werden Fremdkörper oder Schleim auf schnellstem Weg durch Husten wieder aus den Atemwegen entfernt. Husten kann ebenso ein Hinweis auf unterschiedliche, manchmal ernste, Erkrankungen sein.


SOS: Tipps bei Husten

Husten tritt in unterschiedlichen Formen auf: unter anderem als Husten mit Auswurf oder als trockener Husten. Abhängig von der Art des Symptoms, werden beispielsweise folgende Hausmittel zur Linderung empfohlen:

Tipps gegen Husten mit Auswurf:

  • Wasserdampfinhalation: Durch das Inhalieren einer Kochsalzlösung wird die Schleimhaut in den Atemwegen befeuchtet und der dort gebildete Schleim verflüssigt sich. Das unterstützt die natürliche Reinigungsfunktion der Schleimhaut, so dass sie Krankheitserreger wieder besser abwehren kann. Auch Kamillen- oder Pfefferminztee kann man der Inhalationsflüssigkeit zugeben. Für Kinder ist die Wasserdampfinhalation nicht geeignet. – Alternativ können Inhalationsgeräte aus der Apotheke zum Einsatz kommen.
  • Viel trinken: Am besten täglich ein bis zwei Liter warmen Kräutertee trinken. Das hilft dabei, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen.
  • Hustentee, Hustentropfen, Hustensaft einnehmen: Die Mittel können den Auswurf fördern und Schleim lösen. Besonders geeignet sind Präparate mit Inhaltsstoffen wie Thymian, Primel, Efeublätter, Schlüsselblumenblüte und Senegawurzel.
  • Zwiebelauflage: Auf Brust oder Rücken platziert, kann die Zwiebelauflage gegen Schleim helfen.
  • Abklopfen von Brust und Rücken: Das Abklopfen von Brust und Rücken fördert das Abhusten von Schleim. Am besten führt man die Prozedur mehrmals täglich durch. Eine Massage mit ätherischen Ölen wie zum Beispiel mit Eukalyptusöl, Thymian-, Fenchel-, Anis- oder Pfefferminzöl kann ebenso wirksam sein. – Nicht alle Öle sind für Kinder geeignet. Daher sollte vor einer Massage mit ätherischen Ölen ärztlicher Rat eingeholt werden.

Tipps gegen trockenen Husten (Reizhusten):

  • Lutschpastillen: Sie können kurzfristig die sogenannten Hustenfühler im Rachen abschirmen. Gut geeignet sind Lutschpastillen mit Isländisch Moos, Eibisch oder Spitzwegerich. Der enthaltene Zucker oder Zuckeraustauschstoff Xylit unterstützt diese Funktion.
  • Hustenblocker: Bei trockenem Reizhusten können Präparate mit hustendämpfenden Wirkstoffen wie Dextromethorphan, Dropropizin oder Pentoxyverin Erleichterung verschaffen. Da die Mittel Darm und Magen belasten können, sollte man sie besser am Abend einnehmen. Vor der Verabreichung an Kinder bitte Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.

Hustenblocker sollten abgesetzt werden, sobald sich beim Abhusten Schleim zeigt. Stattdessen sind nun Hustenlöser sinnvoll. Zum Beispiel Präparate mit Thymian, Eukalyptusöl oder chemischen Wirkstoffen wie Ambroxol oder N-Acetylcystein.

Was ist Husten?

Gelangen Schleim oder Fremdkörper wie Staub in die Atemwege, dann dient Husten als wichtiger Schutzreflex des Körpers. Beim Husten wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 480 Kilometer pro Stunde explosionsartig Luft ausgestoßen, um eindringende Stoffe zu entfernen. Spezielle Rezeptoren, unter anderem in den Epithelzellen von Rachen, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien reagieren dabei auf auslösende Reize wie Schleimansammlungen. Dann gehen im Gehirn Signale ein, so dass dieses den Reflex zum Husten auslöst. Diese Reaktion läuft unwillkürlich, also nicht vom Willen gesteuert, ab. Es ist aber auch möglich, mit Absicht, also willkürlich, zu husten. Husten stellt ein Symptom dar, das bei verschiedenen Krankheiten auftreten kann. Häufig kommt es dazu bei akuten Erkrankungen der Atemwege wie einer Erkältung oder einer akuten Bronchitis. Diese Infekte führen in der Regel zu einer Entzündung in den Atemwegen und damit zu verstärkter Schleimbildung. Die Folge ist Hustenreiz. Normalerweise sorgen Millionen von Flimmerhärchen in der Schleimhaut dafür, dass die Atemwege sauber bleiben. Erleidet man eine Infektion, dann schaffen die Flimmerhärchen dies nicht mehr in vollem Umfang. Das Husten hilft nun dabei, Schleim und mit ihm die Krankheitserreger aus den Atemwegen zu transportieren.

Ursachen für Husten

Die Art, wie sich Husten darstellt, die Dauer seines Verlaufs und die Ursachen für Husten unterscheiden sich. So teilt man das Symptom in akuten Husten und chronischen Husten ein. Des Weiteren stehen sich trockener und produktiver Husten gegenüber.

Ursachen für akuten und chronischen Husten:

Husten wird in eine akute und eine chronische Verlaufsform eingeteilt. Akuter Husten dauert bis zu acht Wochen. Hält er darüber hinaus an, wird er als chronischer Husten bezeichnet.

  • Akuter Husten: Auslöser sind meist Infektionen der Atemwege wie Erkältungen oder Bronchitis. Ebenso kann es zu akutem Husten durch eine Allergie kommen, durch eine Lungenembolie, durch das Verschlucken oder Einatmen eines Fremdkörpers. Aber auch eine Rauchvergiftung kann Auslöser dafür sein.
  • Chronischer Husten: Ursachen sind unter anderem Asthma, chronische Bronchitis, eine chronische Lungenerkrankung wie COPD und auch Lungenkrebs.

Ursachen für trockenen Husten (Reizhusten):

Kennzeichnend für diese Hustenform ist das Fehlen von Auswurf. Dieser sogenannte unproduktive Husten verläuft ohne Sekretabsonderung. Da er durch eine Reizung der Atemwege verursacht wird, nennt man ihn auch Reizhusten.

  • Akuter trockener Husten: Er tritt häufig am Anfang einer akuten Bronchitis auf, bei einer kleinen Lungenembolie, einer Rippenfellentzündung sowie beim Einatmen von Fremdkörpern wie Staub oder Reizgasen.
  • Chronischer trockener Husten: Chronischer Schnupfen beziehungsweise eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Refluxkrankheit und ebenso Asthma gelten als Auslöser für chronischen trockenen Husten. Aber auch die Einnahme von ACE-Hemmern kann das Symptom verursachen.

Ursachen für produktiven Husten (Husten mit Auswurf):

Produktiver Husten stellt sich mit viel Schleimbildung dar. Der Auswurf ist von der Farbe her meist sehr klar. Kommt es hingegen zu gelblichem Sekret aus den unteren Atemwegen, liegt das an Entzündungszellen. Ist das Sekret grünlich, so weist dies auf eine bakterielle Infektion hin.

  • Akuter produktiver Husten: Dazu kann es während einer Lungenentzündung, aber auch im späten Stadium einer akuten Bronchitis kommen.
  • Chronischer produktiver Husten: Möglicherweise liegt eine chronische Bronchitis vor oder auch eine COPD.
  • Bluthusten (Hämoptyse): Die Ursachen für Bluthusten können vielfältig sein. So führt unter Umständen eine schwere Bronchitis dazu, aber auch Lungentuberkulose, Lungenembolie sowie Lungenkrebs können zu Bluthusten führen. Das gleiche gilt beim Einatmen von Fremdkörpern. Seltener sind der Grund eine Linksherzschwäche oder eine Blutgerinnungsstörung, die angeboren sein kann oder durch gerinnungshemmende Medikamente ausgelöst wurde.

Die häufigsten Ursachen von Husten:

Zahlreiche Erkrankungen äußern sich mit Husten als Begleiterscheinung. Oftmals ist er nur ein Symptom unter vielen. Dies sind die häufigsten Ursachen:

  • Erkältung: Die Infektion der oberen Atemwege durch Viren geht in der Regel mit Husten, Schnupfen, verstopfter Nase und einem umfassenden Krankheitsgefühl einher.
  • Grippe (Influenza): Die Virusinfektion der oberen Atemwege verläuft schwerer als eine Erkältung. Es kommt plötzlich zu hohem Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden sowie zu Glieder- und Muskelschmerzen. Trockener Husten geht häufig zu Husten mit zähem Schleim über.
  • Bronchitis: Die Atemwegsentzündung geht meist mit quälendem Husten einher. Anfangs ist der Husten trocken, um im weiteren Verlauf produktiv zu werden.
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Chronische Sinusitis): Mediziner bezeichnen die Erkrankung oft als chronische Rhinosinusitis. Denn die Entzündung geht in vielen Fällen zusätzlich auf die Schleimhaut der Nasenhöhle über, führt also auch zu einem chronischen Schnupfen (chronische Rhinitis). Charakteristisch für die chronische Sinusitis ist in erster Linie ein Reizhusten, der im Liegen, also vorrangig nachts, stärker wird.
  • Rippenfellentzündung (Pleuritis): Dabei handelt es sich um eine akute Entzündung von Lungen und/oder Rippenfell. Grund für die Entzündung kann eine Infektion sein, Krebs oder eine Lungenembolie. Im Fall einer trockenen Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) kommt es unter anderem zu trockenem Reizhusten, starken einseitigen Brustschmerzen sowie zu einer flachen Schonatmung.
  • Lungenentzündung (Pneumonie): Der anfangs trockene Husten verändert sich hin zu produktivem Husten mit Schleimbildung. Betroffene leiden außerdem an Atemnot, hohem Fieber und Schüttelfrost.
  • Allergie: Zu allergisch bedingtem Husten kommt es häufig bei einer Allergie gegen Schimmelpilz, gegen bestimmte Nahrungsmittel oder gegen Hausstaubmilben. Wer an Heuschnupfen leidet, kann später zusätzlich an Asthma erkranken und damit auch Husten und Atemnot entwickeln.
  • Asthma bronchiale: Charakteristisch für die chronische Erkrankung sind entzündete und verengte Atemwege. Betroffene leiden vorwiegend an trockenem Husten.
  • Einatmen von Reizgas oder Fremdkörpern sowie Verschlucken von Fremdkörpern: Gelangen Nahrungsmittel statt in die Speiseröhre in die Luftröhre, versucht der Körper den Stoff durch Husten nach oben in Richtung der Mundhöhle zu bewegen. Dabei entsteht ein trockener Reizhusten. Ähnlich verhält es sich, wenn man Reizgas oder Fremdkörper wie Staub einatmet.
  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Die Atemwege in der Lunge sind chronisch entzündet und auch verengt. Es kommt unter anderem zu chronischem Husten mit Auswurf.
  • Lungenembolie: Dabei verstopft ein Blutgerinnsel ein Gefäß in der Lunge. Kleine Lungenembolien führen manchmal zu kurzen Hustenepisoden. Größere Blutgerinnsel lösen unter anderem stärkeren Husten aus, der auch blutig sein kann.
  • Lungenkollaps (Pneumothorax): Bei der krankhaften Luftansammlung zwischen dem inneren und äußeren Lungenfell kommt es oft zu trockenem Husten.
  • Lungenkrebs (Lungen- und Bronchialkarzinom): Ein früher Hinweis auf ein Karzinom kann hartnäckiger Husten sein. Auch Bluthusten ist möglich.
  • Interstitielle Lungenkrankheit: Mehr als 200 verschieden Krankheiten der Lunge fasst man unter diesem Begriff zusammen. Gemeinsam ist allen eine Schädigung der Lungenbläschen (Alveolen). Es kommt dabei unter anderem zu trockenen Hustenattacken.
  • Tuberkulose (Schwindsucht): Die bakterielle Infektionserkrankung Tbc ist chronisch. Meist ist die Lunge betroffen, seltener andere Organe. Zu den charakteristischen Symptomen zählt hartnäckiger Husten, mit oder ohne Auswurf. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf tritt Bluthusten auf.
  • Keuchhusten (Pertussis): Die schwere Infektion der Atemwege ist sehr ansteckend. Krampfartige Hustenanfälle und anschließend keuchendes Luftholen sind typisch.
  • Diphterie: Die akute Atemwegsinfektion kann unbehandelt lebensgefährlich sein. Allerdings tritt sie dank Impfung nur noch sehr selten auf. Ist der Kehlkopf betroffen, kommt es neben weiteren Symptomen auch zu bellendem Husten.
  • Pseudo-Krupp: Vor allem kleine Kinder sind von dieser Virus-bedingten Entzündung der oberen Atemwege betroffen. Ein typisches Symptom ist trockener, bellender Husten.
  • Bronchiektasie: Zu den dauerhaft erweiteten Bronchialästen der Lunge kommt es beispielsweise durch Bronchitis oder Mukoviszidose. Charakteristisch ist chronisch produktiver Husten mit viel Auswurf, häufig gelb-grünlich verfärbt.
  • Mukoviszidose (Zystische Fibrose): Bei dieser angeborenen Stoffwechselerkrankung, bildet sich in den Atemwegen vermehrt zäher Schleim. Das führt zu Atemnot und häufig entwickelt sich chronischer Husten, der oft mit Schleimproduktion einhergeht, hin und wieder auch mit Blut versetzt.
  • Refluxkrankheit (Gastroösophagealer Reflux): Betroffene leiden unter chronischem Husten, mit und ohne Sodbrennen. Gelangt der aufsteigende Mageninhalt in die Atemwege, führt dies ebenfalls zu Husten. Zusätzlich können sich die Atemwege entzünden, aber auch Asthma kann auftreten.
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Chronischer trockener Husten kann sowohl bei linksseitiger als auch bei beidseitiger Herzinsuffizienz auftreten. Im Liegen verstärkt sich der Hustenreiz.
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente: Arzneimittel wie beispielsweise ACE-Hemmer, Betablocker sowie Kortison (als Spray) können als Nebenwirkung chronischen trockenen Husten verursachen.
  • Psychogener Husten: Psychisch bedingter Husten tritt recht selten auf. Es kann dabei zu vegetativen Beschwerden, zum Beispiel mit häufigem Hustenreiz oder ständigem Hüsteln, kommen.

Husten – wann zum Arzt?

Verbessert sich die Hustensymptomatik nach einer, maximal zwei Wochen Selbstbehandlung nicht, sollte man ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch, wenn Betroffene nicht wissen, woher der Husten kommt. Ebenso wird Schwangeren die an Husten leiden geraten, dies mit ihrem Arzt zu besprechen.

In folgenden Fällen sollte man bei Husten zum Arzt gehen:

  • Bei Husten mit Atemnot
  • Bei Husten mit Brustschmerzen
  • Wenn zusätzlich hohes Fieber auftritt
  • Wenn größere Blutmengen ausgehustet werden
  • Wenn der Husten nach einem Auslandsaufenthalt einsetzt und dort Tuberkulose vorkommt
  • Bei Husten nach Kontakt zu Tuberkulose-Patienten
  • Wenn Betroffene an einer Immunschwäche leiden oder sich in einer immunsuppressiven Therapie (das Immunsystem unterdrückende Behandlung) befinden
  • Bei einer Krebserkrankung in der Vorgeschichte des Patienten
  • Bei sehr starken Rauchern

Husten – Diagnose

Im Gespräch mit dem Arzt werden die aktuellen Beschwerden, aber ebenso die Krankengeschichte des Patienten näher beleuchtet. Wichtig sind alle Informationen rund um die bestehende Hustensymptomatik. Zum Beispiel ist es wichtig anzugeben, wann der Husten zum ersten Mal aufgetreten ist, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Husten und bestimmten Situationen wie sportlicher Aktivität oder Arbeit mit Allergie auslösenden Stoffen gibt. Handelt es sich um Reizhusten? Treten die Beschwerden hauptsächlich nachts auf? Zudem sollte man beobachten, ob weitere Symptome dazu kommen, beispielsweise Fieber oder Atemnot. Außerdem ist relevant, ob es sich Husten mit oder ohne Auswurf handelt. Werden Medikamente eingenommen, sollte dies dem Arzt ebenfalls mitgeteilt werden.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an das ausführliche Gespräch mit dem Patienten folgt dann die körperliche Untersuchung. So wird unter anderem der Brustkorb abgehört, um eventuelle Atemnebengeräusche zu identifizieren. Besteht beispielsweise der Verdacht auf Mukoviszidose als Grund für den Husten, kann zusätzlich ein Schweißtest angezeigt sein. Denn bei der Erkrankung verändert sich nicht allein die Zusammensetzung des Schleims im Atemtrakt, sondern auch die des Schweißes. Mit einem Lungenfunktionstest kann man untersuchen, ob der Husten auf Verengungen der Atemwege wie bei Asthma, COPD oder Bronchiektasie zurückzuführen ist. Mittels einer Bronchoskopie kann man mit einer winzigen Kamera in die Lunge blicken. Sinnvoll ist dies unter anderem, wenn Fremdkörper verschluckt wurden oder bei Lungenkrebs. Während der Bronchoskopie können auch Sekret- und Gewebeproben entnommen werden. Ist ein chronischer Schnupfen oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung für den Husten verantwortlich, empfiehlt sich eine Nasenspiegelung, um Gewissheit zu erlangen. Besteht der Verdacht, dass der Husten von einer Refluxerkrankung ausgelöst wurde, kann eine Magenspiegelung Aufschluss darüber geben.

Bildgebende Verfahren

Mittels einer Röntgenuntersuchung können mögliche Hustenauslöser wie Bronchitis, Lungenentzündung, COPD, Mukoviszidose oder Tuberkulose erkannt werden. Verbirgt sich eine Herzschwäche hinter dem Husten, dann liefert eine Echokardiografie (Herzultraschall) konkrete Daten. Und bei Verdacht auf eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Lungenembolie oder Lungenkrebs wird eine Computertomografie (CT) durchgeführt.

Laboruntersuchung

Abhängig von der vermuteten Diagnose, werden spezifische Laboruntersuchungen durchgeführt. So hilft eine Sputumkontrolle (Analyse des Auswurfs) Tuberkulose oder eine Rippenfellentzündung als Verursacher des Hustens zu erkennen. Ein Rachenabstrich ist dann angezeigt, wenn hinter dem Husten eine Diphterie vermutet wird. Eine Blutanalyse gibt Aufschluss über eine Erkältung oder eine Grippe als Auslöser. Zudem können Blutgase wie Sauerstoff und Kohlendioxid kontrolliert werden, um herauszufinden, ob eventuell der Gasaustauch in der Lunge gestört ist. Das würde zum Beispiel bei Asthma und COPD zutreffen. Verbirgt sich eine Allergie hinter dem Husten, dann wird ein Prick-Test durchgeführt.

Husten – Behandlung

Wird der Husten lediglich durch eine Erkältung verursacht, können schon einige einfache Hausmittel die Symptome lindern. So hilft zum Beispiel eine 20-minütige Inhalation von Wasserdampf, dessen Temperatur 43 Grad Celsius nicht übersteigen sollte. Zudem ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Empfohlen werden ein bis zwei Liter warme Getränke, vorzugsweise Kräutertee. Bei einer durch Bakterien verursachten Erkältung kann der Arzt gegebenenfalls auch Antibiotika verschreiben. Liegen dem Husten andere Erkrankungen zugrunde, werden diese ursächlich behandelt, so dass mit der Zeit der Husten nachlässt oder ganz verschwindet.

Sind die Hustenbeschwerden stark ausgeprägt, kann die Einnahme zusätzlicher Medikamente sinnvoll sein. Je nach Art des Hustens sind entweder Hustenlöser (bei zähem Schleim) oder Hustenblocker (bei Reizhusten) angezeigt.

Hustenlöser bei zähflüssigem Schleim

Sind die Atemwege durch zähen Schleim blockiert, der nur schwer abgehustet werden kann, helfen oft Hustenlöser. Die sogenannten Expektoranzien verflüssigen den Schleim und das Abhusten fällt somit leichter. Gleichzeitig wird verhindert, dass sich bakterielle Krankheitserreger im Schleim ausbreiten. In der Regel werden Hustenlöser mit den Wirkstoffen Acetylcystein (ACC), Bromhexin und Ambroxol angewandt.

Hustenblocker bei trockenem Husten

Sogenannte Antitussiva (Hustenstiller) helfen bei quälendem und trockenem Husten ohne Auswurf. Der Hustenreiz wird beruhigt und die angegriffene Schleimhaut kann sich erholen. Werden Hustenblocker am Abend eingenommen, erleichtern sie das Durchschlafen. Hustenstillende Arzneien enthalten meist Wirkstoffe wie Codein, Dihydrocodein, Pentoxyverin und Dextromethorphan. Wegen möglicher Nebenwirkungen wie Abhängigkeit (bei Codein) oder Verstopfung sowie Konzentrationsschwäche sollten Hustenstiller nicht länger als eine Woche eingenommen werden. Hustenstiller dürfen auf keinen Fall bei produktivem Husten (Husten mit Auswurf) genommen werden.

Homöopathie bei Husten

Husten kann durch zahlreiche Erkrankungen ausgelöst werden. Die homöopathische Behandlung des Symptoms richtet sich unter anderem nach der Art des Hustens, aber auch nach der Grunderkrankung sowie den individuellen Beschwerden.

Gegen Husten werden bevorzugt folgende homöopathischen Mittel empfohlen:

  • Bryonia: Bei trockenem Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Drosera: Bei trockenem, bellenden und krampfartigem Husten mit leichtem Fieber.
  • Antimonium tartaricum: Bei starker Schleimbildung und lautem Hustenrasseln.
  • Pulsatilla: Wenn morgens der Husten etwas lockerer ist und dicker gelbgrüner Schleim abgehustet wird. Besserung des Hustens an der frischen Luft.

Akupunktur bei Husten

Akupunktur wird häufig bei gestörten Organfunktionen sowie zur Linderung zahlreicher Beschwerden angewandt. Dabei setzt man auf die Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Die Methode kann schulmedizinische Therapien wirkungsvoll ergänzen. So zählen unter anderem Bronchial- und Lungenerkrankungen, die auch mit Husten einhergehen, wie Allergien, Asthma, Lungenentzündung oder Pseudokrupp, zu den erfolgversprechenden Indikationen für eine Behandlung mit Akupunktur.

Husten bei Kindern

Leiden Kinder an Husten, sollte der Kinder- und Jungendarzt abklären, was der Grund dafür ist. Eventuell handelt es sich um eine Infektion, um allergisches Asthma oder bei kleinen Kindern um einen verschluckten beziehungsweise eingeatmeten Fremdkörper. Besteht der Verdacht auf eine Fremdkörperaspiration, sollte das Kind schnellstmöglich ärztlich untersucht und behandelt werden. In den meisten Fällen sind es jedoch Erkältungskrankheiten, die den Husten auslösen. Allerdings können ebenso Keuchhusten, Pseudokrupp sowie die Anfänge einer asthmatischen Erkrankung die Ursache sein. Daher ist ein frühzeitiger Besuch beim Arzt immer angeraten. Hustet ein Kind nachts, kann die mögliche Ursache in einer Erkrankung wie Krupphusten oder Reflux (Sodbrennen) liegen. – Abhängig von der gestellten Diagnose wird der Arzt die passende Therapie einleiten. Leidet das Kind sehr stark unter anhaltendem Husten oder kann es kaum Schlaf finden, weil sich die Symptome in der Nacht verstärken, dann kann der Arzt gegebenenfalls Medikamente verordnen, die den Hustenreiz unterdrücken (Hustenblocker) oder zähen Schleim lösen (Hustenlöser). Grundsätzlich sollten Eltern ihrem Kind viel Flüssigkeit anbieten, vor allem warmen Tee, da dies hilft, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen. Das Kind kann dann leichter abhusten. Ebenso empfehlenswert sind Inhalation und Dampfbäder. Zur Beruhigung des vom Husten gereizten Rachens können Hustensäfte, Lutschpastillen oder Gurgellösungen hilfreich sein.

Achtung: Säuglinge und Kleinkinder dürfen keine Erkältungsmittel bekommen, die ätherische Öle enthalten. Weder zur äußeren Anwendung noch zur inneren. Kinder unter drei Jahren können darauf mit Atembeschwerden und auch mit Erstickungsanfällen reagieren.

Besteht akute Atemnot, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden.

Chronischer Husten bei Kindern

Kinder leiden häufig an Erkältungen und husten entsprechend oft. Aber auch chronischer Husten betrifft viele von ihnen. Verursacht wird er unter anderem durch eine Überempfindlichkeit der Atemwege nach einer Virusinfektion, durch Asthma bronchiale, durch das Einatmen von Mageninhalt bei einer Refluxerkrankung oder durch eine Überproduktion von Schleim in Nase und Nasennebenhöhlen mit Schleimabfluss in den Rachen (Post-nasal-drip-Syndrom).

Chronischer Husten bei Erwachsenen

Die Auslöser für chronischen Husten bei Erwachsenen sind vielfältig. Unter anderem zählen dazu: chronische Bronchitis bei starken Rauchern, Asthma bronchiale, Refluxkrankheit, die Überproduktion von Schleim in Nase und Nebenhöhlen mit Schleimabfluss in den Rachen sowie linksseitige Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz). Seltene Ursachen sind eine Lungenentzündung, Tuberkulose, Lungenkrebs oder Medikamente wie ACE-Hemmer. In einigen Fällen ist chronischer Husten auch psychisch bedingt.

Husten – ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird beispielsweise Husten unter dem ICD-Code „R05“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

FAQ zum Thema Husten

Wann ist Husten chronisch?

Man unterscheidet chronischen Husten von akutem. Akuter Husten dauert bis zu acht Wochen und wird beispielsweise durch Atemwegsinfektionen oder Fremdkörperaspiration verursacht. Von chronischem Husten spricht man, wenn der Husten länger als acht Wochen anhält. Ursachen für chronischen Husten sind unter anderem eine chronische Bronchitis oder Asthma.

Welche Hausmittel helfen bei Husten?

Bei der Behandlung von Husten, muss man zwischen Reizhusten (trockener Husten) und Husten mit Auswurf (produktiver Husten) unterscheiden. Leidet jemand an Reizhusten, eventuell mit Schmerzen hinter dem Brustbein, können Präparate mit sogenannten Schleimdrogen helfen. Dazu zählen Heilpflanzen wie Eibisch, Isländisch Moos oder Spitzwegerich. Als Tee oder Hustensaft sind sie geeignet, die gereizten Schleimhäute mit einem schützenden Film zu überziehen. Das dämpft den Hustenreiz und verhilft nachts zu einem erholsameren Schlaf. Zu den besten Hausmitteln bei Husten mit Auswurf gehören Inhalieren, zum Beispiel mit Kamillen- oder Pfefferminztee, sowie Dampfbäder. Aber auch warmer Tee, ein bis zwei Liter täglich getrunken, sind wohltuend und unterstützen das Verflüssigen von zähem Schleim. Hustentropfen mit Thymian und Primel werden ebenso empfohlen wie Einreibungen mit Ölen (Kampfer, Teebaumöl, Eukalyptusöl). Diese Pflanzenstoffe wirken zudem krampflösend. ¬– Bei Kindern sollten Präparate mit ätherischen Ölen nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewandt werden.

Welches Medikament hilft gegen Husten?

Bei Reizhusten helfen zum Beispiel Arzneien mit hustendämpfenden Eigenschaften. Hier kommen vor allem Wirkstoffe wie Codein, Dextromethorphan, Dropropizin oder Pentoxyverin zum Einsatz. Diese Hustenblocker sollte man wegen möglicher Nebenwirkungen nicht länger als eine Woche einnehmen. Verändert sich der Husten und wird Schleim produziert (Husten mit Auswurf), sollte man Hustenblocker sofort absetzen.

Sind die Atemwege hingegen von zähem Schleim blockiert und fällt es schwer, abzuhusten, dann können Hustenlöser genommen werden. Sie verflüssigen den Schleim und erleichtern so das Abhusten. Hustenlöser enthalten meist einen dieser Wirkstoffe: Acetylcystein (ACC), Bromhexin oder Ambroxol.

Was tun bei starkem Husten in der Nacht?

Hinter nächtlichem Husten können verschiedene Erkrankungen stecken. Bevor man versucht sich selbst zu behandeln, sollte man unbedingt von einem Arzt die Ursache abklären lassen. – Ist der Auslöser nur eine harmlose Erkältung, können hustenlösende Arzneien zum Verflüssigen von festem Schleim eingenommen werden. Gut geeignet bei Husten mit Auswurf sind außerdem Hausmittel wie Dampfbäder, Inhalation oder Einreibungen mit ätherischen Ölen aus Kampfer oder Eukalyptus (nicht bei Kindern). Gegen trockenen Reizhusten helfen unter anderem Hustensäfte und Tees aus Heilpflanzen wie Spitzwegerich oder Isländisch Moos.

Wie lange ist Husten ansteckend?

Liegt dem Husten eine Erkältung zugrunde, ist man innerhalb der ersten zwei bis drei Tage nach Beginn der Beschwerden am stärksten infektiös. Man kann andere Menschen aber bereits anstecken, bevor die ersten Symptome ausgebrochen sind. Wissenschaftler gehen davon aus, dass man rund eine Woche lang ansteckend ist. Dies kann jedoch von Mensch zu Mensch variieren. So können Kinder, die sich erstmals mit einem Erreger infizieren über einen längeren Zeitraum hinweg ansteckend sein, ebenso Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Quellen

  • Reiß, Michael: Facharztwissen HNO-Heilkunde, Springer Verlag, 1. Auflage 2009)
  • Probst, Rudolf et al: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage 2008
  • Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., HNO-Ärzte im Netz: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abruf: 16.09.2019)
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: www.pneumologie.de (Abruf 16.09.2019)
  • Stiftung Gesundheitswissen: www.stiftung-gesundheitswissen.de (Abruf 16.09.2019)
  • Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte: www.dzvhae.de (Abruf 17. September 2019)
  • Deutsche Akademie für Akupunktur (DAA e.V.): www.akupunktur.de (Abruf 17.09.2019)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.): www.kinderaerzte-im-netz.de (Abruf 18.09.2019)

Alle Angaben ohne Gewähr.

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